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Unfassbar – eine Institution – der CB-Kurier – ist nicht mehr!

Der Versuch eines persönlichen Nachrufs –
von Horst Garbe, DFI 363 
Für Donnerstag, den 13, August 2009, hatte ich mir extra Urlaub genommen. Meine Tochter Nina feierte Ihren achten Geburtstag – also ein Tag der Freude! Und dennoch sollte es einen faden Beigeschmack geben: Im Briefkasten lag genau an diesem Tag der aktuelle CB-Kurier mit der schockierenden Überschrift „Die letzte Ausgabe“. Nun, ich wusste schon seit der ham-radio in Friedrichshafen vom Ende des CB-Kuriers. Der Herausgeber Ralf Alber war so ehrlich und anständig, mir diesen schweren Entscheid rechtzeitig mitzuteilen. Bei meinem Telefonanbieter war das nicht so, seine Fusion erfuhr ich durch eine Computerfachzeitschrift. Manchmal können die Großen durchaus etwas von den Kleinen lernen! Die letzte Ausgabe des CB-Kurier hat mich dennoch getroffen, war er doch das einzige verbliebene Papiermedium, in dem man alles aus der CB-Funkszene erfahren konnte. Jetzt ist das nicht mehr so, jetzt recherchieren nicht mehr die CB-Kurier Redakteure, jetzt ist jeder CB-Funker selbst gefragt, sich Informationen über Geräte, Gesetze und Vereinsaktivitäten aus dem Internet, sofern er hat, zu besorgen. Und das ist nicht immer so einfach, wie ich es als Journalist aus Erfahrung weis!  Sucht nach Information – immer auf dem Laufenden sein wollen

Ich war wohl 1975 einer der ersten in meiner Geburtsstadt Bonn, der legal CB-Funk mit zwei HF 13 Handfunkgeräten der Firma DNT (Drahtlose Nachrichten Technik) unter dem Rufzeichen „Rhein-Radio“ betrieb. Und schon damals war ich wissbegierig und interessiert am CB-Geschehen. Internet gab es noch nicht und die einzige Informationsmöglichkeit bestand darin, sich Fachliteratur zuzulegen. Welcher CB-Veteran erinnert sich nicht an das mit Anzeigen von Kaiser, Handic, Zodiac sowie Stabo und Sommerkamp gespickte „Hobbyfunk C.B.-Radio“ von Michael Körner?! Immer wieder faszinierend, die Kommentare gegenüber den Fernmeldebehörden! Und aus der Schweiz gab es das „Euro C.B. Radio“. Hieraus zogen die engagierten CB-Funker aus den Anfangszeiten ihr Wissen!  Die Anfänge des Schreibens

Das ich später einmal für ähnliche Magazine selber Schreiben sollte, daran dachte ich in den Siebzigern nicht im entferntesten. Als Mitglied der Kurzwellenhörervereinigung ADDX gestaltete ich erste Artikel für deren Monatsheft „ADDX-Kurier“. Einen ersten Bericht über Funk gab es dann interessanterweise nicht über das Thema CB-Funk, sondern über den Amateurfunkkontakt zur Raumstation MIR in der Zeitschrift „funk“ des VTH-Verlages. Jahre später folgten dann ab Mitte der neunziger Jahre sowie Anfang 2000 regelmäßige Beiträge für die Fachblätter „Radio Scanner“, „funk“ und „CB-Funk“. Dann setzte das große Zeitschriftensterben ein, nur der CB-Kurier hielt sich als einziges Informationsmedium auf Papier eisern!
 Spass am Schreiben

So machte es dann auch einen Riesenspaß für den CB-Kurier zu schreiben. Nicht nur die netten Kollegen sorgten für ein intensives Engagement, sondern vor allen die Themenvielfalt von technischen Beiträgen über gesetzliche Informationen bis hin zu Vereinsnachrichten. Sogar einen Skandal konnte ich für den CB-Kurier aufdecken. Dieser Skandal sorgte für eine arge Verstimmung zwischen schweizerischen und deutschen Funkern. Ein einzelner CB-Funker hatte es mit der Begründung, eine neue Antenne entwickeln zu wollen, geschafft, den in der Schweiz als Anrufkanal genutzten Kanal 40 in Deutschland zum Datenkanal umzufunktionieren. Datenfunk und Sprechfunk konnten also parallel im Grenzgebiet praktiziert werden. Das Unfassbare: Das Wirtschaftsministerium hatte zusammen mit der Bundesnetzagentur über die Köpfe von CB-Funkern und deren Verbänden zugunsten eines Einzelnen entschieden. Ach ja, Verbände. Die waren nur selten bereit, Ihr Engagement zugunsten der CB-Funker preiszugeben. Teilweise Geheimgesellschaften gleich äußerten sie sich nur nach intensivem Drängen oder erst gar nicht. Das gab und gibt mir zu denken. Gerade jene, die nicht verraten wollen, wie sie sich für den CB-Funk einsetzen, sollen für die Masse der CB-Funker bei Behörden und Institutionen vorsprechen? Wurde beziehungsweise wird hier wirklich das Gedankengut der Funker oder nur die Ideen Einzelner weitergegeben?
Es war also immer wieder spannend, auch bei der aktiven Teilnahme am Funkgeschehen, ob per Funkgerät oder im Internet beim Runden Tisch CB-Funk. Hier lernte ich auch jene Ausnahmefunker kennen, die rhetorisch unter der Gürtellinie glänzten, es aber an konstruktiven Beiträgen mangeln ließen. Dinge, die nicht nur in CB-Funker Kreisen praktiziert werden, wie ich es auch im Amateurfunk erfahren durfte. Dennoch habe ich seit Beginn meiner Funkaktivitäten immer für ein gemeinsames Wirken von CB-Funkern und Funkamateuren geworben – schließlich haben wir alle das gleiche Ziel: Auf ungestörten Frequenzen unser Funkhobby ausüben zu wollen! Dieses Ansinnen der Zusammenführung beider Funkgruppen hat mir nicht selten Kritik von beiden Seiten eingebracht – dennoch, ich bleibe dabei: Wir alle müssen an einem Strang ziehen! Wie auch immer, die Masse der Funker – so mein erfreulicher Eindruck – teilt meine Ansicht: Miteinander und nicht gegeneinander!  Was zum Schluss bleibt ist Wehmut und Erinnerung an eine schöne Zeit!

Dieses Miteinander demonstrierte auch der CB-Kurier, nicht nur im kleinen Kreis der Redaktion – besonders erwähnt seien hier Rainer Gündler für den Satz und als Herausgeber Ralf Alber - sondern auch weit darüber hinaus, wenn man die Inhalte des CB-Kurier noch einmal Revue passieren lässt. Das alles ist jetzt vorbei – Wehmut beschleicht einem und man wünscht sich so manches wieder zurück. Sommerkamp gibt es auch wieder, vielleicht eines Tages auch den CB-Kurier – wer weis? Danke, das ich aktiv dabei sein durfte – es war eine schöne Zeit, die viel Spaß gemacht hat!
Horst Garbe, DFI 363 
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